Montag, 23. Februar 2015
Gefährliche Rentner am Steuer?
klugschieters, 15:27h
Soeben komme ich bei nieseligem Regen aus einem hiesigen Versicherungsbüro zurück, von dem ich seit Jahrzehnten betreut werde.
Seit einigen Jahren bin ich aktiver Radfahrer, der entdeckte, dass man umweltbewusst und geldsparend auch ohne Auto nicht unbedingt in „Langsamkeit“ leben muss. Der Abschied vom „heiligen Blechle“ der Deutschen ist mir nicht schwer gefallen. Mein Image litt nicht besonders auffällig. Mit dem Fahrrad fährt man hin und wieder doppelt, wenn der Einkauf allzu gierig ausfällt.
Warum verließ ich die Gilde der potenziellen ADAC-Mitglieder? Erstens weil ich als Rentner nicht mehr Ziele besuchen musste, die über den Takt des ÖPNV nicht gut zu erreichen waren. Zweitens war mir aufgefallen: Nur noch eine Tankfüllung jährlich…und drittens brauchte ich viel, viel mehr Bewegung, um dauerhaft von guter Gesundheit zu bleiben.
Nun ließ ich mich (von ihr) überreden, doch ein kleines, gebrauchtes Auto unter meine Fittiche zu nehmen. Es sei im Unterhalt – weil es ja überwiegend steht – ausgesprochen genügsam.
Im oben beschriebenen Büro bereitete mir der Mitarbeiter Denis einen Schock: Obwohl ich deutlich weniger als 6000 km pro Jahr fahren werde, wurde von mir ein Haftpflichtversicherung - Jahresbetrag von € 318 bei 17 schadensfreien Jahren genannt. Markterfahren versuchte ich zu handeln: Anderer Tarif? Weniger Km pro Jahr? Sonstige Nachlässe? Keine Chance .
Dann erfuhr ich, dass die Forschungsergebnisse der Versicherer, Besitzer unendlicher Datenmengen, die Häufigkeit der Schadensfälle bei der Kraftfahr-Versicherung grafisch dargestellt, eine umgekehrte Gaußsche Normalverteilungskurve aufweisen. (Wannenform)
M. a. Worten: Die jungen Leute ab 18 Jahren sind statistisch sehr häufig schuldhafte Verursacher von Unfällen mit großen geldlichen Folgen für die Versicherer. Eine ähnliche Ausprägung haben allerdings auch die alten Leute, zu denen ich mich auch zähle.
Wäre ich 30 Jahre jünger, sähe mein Beitrag viel, viel günstiger aus.
Nun werde ich wohl endgültig, trotz Führerscheinbesitz und Fahrbeeinträchtigung (noch) nicht aufweisend, aus der Sozialgruppe „Autofahrer“ ohne Schimpf und Schande aussteigen. Das gebieten, glaube ich, bei dieser Datenlage Vernunft und Verantwortung, bevor ich, wie mein sportlicher Nachbar vor ein paar Jahren mit einem PKW gegen einen Brückenpfeiler fahre. ..Danach blieb ihm nur der Friedhof…
22.2.2015
© Karl Wilhelm Goebel
Seit einigen Jahren bin ich aktiver Radfahrer, der entdeckte, dass man umweltbewusst und geldsparend auch ohne Auto nicht unbedingt in „Langsamkeit“ leben muss. Der Abschied vom „heiligen Blechle“ der Deutschen ist mir nicht schwer gefallen. Mein Image litt nicht besonders auffällig. Mit dem Fahrrad fährt man hin und wieder doppelt, wenn der Einkauf allzu gierig ausfällt.
Warum verließ ich die Gilde der potenziellen ADAC-Mitglieder? Erstens weil ich als Rentner nicht mehr Ziele besuchen musste, die über den Takt des ÖPNV nicht gut zu erreichen waren. Zweitens war mir aufgefallen: Nur noch eine Tankfüllung jährlich…und drittens brauchte ich viel, viel mehr Bewegung, um dauerhaft von guter Gesundheit zu bleiben.
Nun ließ ich mich (von ihr) überreden, doch ein kleines, gebrauchtes Auto unter meine Fittiche zu nehmen. Es sei im Unterhalt – weil es ja überwiegend steht – ausgesprochen genügsam.
Im oben beschriebenen Büro bereitete mir der Mitarbeiter Denis einen Schock: Obwohl ich deutlich weniger als 6000 km pro Jahr fahren werde, wurde von mir ein Haftpflichtversicherung - Jahresbetrag von € 318 bei 17 schadensfreien Jahren genannt. Markterfahren versuchte ich zu handeln: Anderer Tarif? Weniger Km pro Jahr? Sonstige Nachlässe? Keine Chance .
Dann erfuhr ich, dass die Forschungsergebnisse der Versicherer, Besitzer unendlicher Datenmengen, die Häufigkeit der Schadensfälle bei der Kraftfahr-Versicherung grafisch dargestellt, eine umgekehrte Gaußsche Normalverteilungskurve aufweisen. (Wannenform)
M. a. Worten: Die jungen Leute ab 18 Jahren sind statistisch sehr häufig schuldhafte Verursacher von Unfällen mit großen geldlichen Folgen für die Versicherer. Eine ähnliche Ausprägung haben allerdings auch die alten Leute, zu denen ich mich auch zähle.
Wäre ich 30 Jahre jünger, sähe mein Beitrag viel, viel günstiger aus.
Nun werde ich wohl endgültig, trotz Führerscheinbesitz und Fahrbeeinträchtigung (noch) nicht aufweisend, aus der Sozialgruppe „Autofahrer“ ohne Schimpf und Schande aussteigen. Das gebieten, glaube ich, bei dieser Datenlage Vernunft und Verantwortung, bevor ich, wie mein sportlicher Nachbar vor ein paar Jahren mit einem PKW gegen einen Brückenpfeiler fahre. ..Danach blieb ihm nur der Friedhof…
22.2.2015
© Karl Wilhelm Goebel
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