Dienstag, 9. April 2013
Christian Wulff - 12.4.13 aus aktuellem Anlass
FAZ - online veröffentlichte einen Beitrag über die tragische Figur unseres bisherigen, städtischen Mitbürgers Christian Wulff.
Lesen Sie:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/christian-wulff-von-verlorenem-vertrauen-12141575-l1.html

Wir Demokraten haben die Pflicht, darauf zu bestehen, dass jedermann unbescholten bleibt, bis die unabhängigen Gerichte - und keine Presse dieser Welt!!! - etwas als wahr erkannt haben, was dagegen spricht.
Wir dürfen kein leichtgläubiges Volk werden! Darin haben wir leider Erfahrungen...
9.4.2013
Karl Wilhelm Goebel

In der heutigen Ausgabe (12.4.13) schreibt die FAZ u. a:

"Hört diese Verfolgungsjagd denn nie auf? Hat der Mann nicht schon genug gebüßt? Das Mitleid, das dem ehemaligen Bundespräsidenten Wulff nun sogar in den Medien zuteilwird, ist verständlich. Amt weg, Ansehen weg, Frau weg - Wulff kommt vielen jetzt wie ein moderner Hiob vor, den Gott den satanischen Mächten namens Presse und Justiz überlassen hat. Im Abstand von einem Jahr schlägt man sich selbstkritisch an die Brust und streut anderen Asche aufs Haupt. Im Rückblick scheint der ehemalige Bundespräsident fast nur wegen eines Bobby-Car zurückgetreten zu sein und wegen einer blutrünstigen Medienmeute, deren Beißkrampf erst nachließ, als die nächste unerbittliche Truppe, die Staatsanwaltschaft, ihre Fänge in das zwar ungeschickte, aber, wie man jetzt doch sehe, unschuldige Opfer schlug..."
Meine demokratische Trauermeinung:
Es wird wohl Zeit, dass diese unrühmliche Geschichte wenigstens neutral aufgearbeitet wird. Und darauf könnten dann auch öffentliche Konsequenzen aufgebaut werden...
Karl Wilhelm Goebel, Burgwedel

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Montag, 8. April 2013
I "like" it
Die Zeiten vor Facebook, kaum jemand kann es sich noch vorstellen:
Damals war die kultivierte Menschheit noch der Ansicht, jeder Einzelne müsse sich ein differenziertes Bild von der Welt machen, müsse dieses überlegen oder jenes abwägen, könne in einem Prozess allmählich zu einem Urteil finden. Heute ist derjenige, der mal eben den Boden bekratzt schon Archäologe mit Tiefgang.
Was ist passiert?
Nun, wir finden Freunde nicht mehr als Ergebnis einer äußerst sorgfältigen Auswahl oder innerhalb dieser. Die gewissenhafte Auslese fand früher von allen Seiten statt und deren Ergebnisse wurden mehr oder weniger feierlich gegenseirtig versichert. Nein.

Heute ist man schon befreundet, wenn man bei einem anderen Coffee to go – Konsumenten einen Halbsatz vollendet hat und das lustig findet. Oder wenn man entdeckt, dass der soeben getroffene Mensch seine Handtasche beim selben Anbieter ersteht. Oder einer auch nach Malle oder eben nicht dorthin fliegt, was der Andere granatengeil findet. Schnell und hemmungslos sind Mann und Frau oder Mann und Mann oder Frau und Frau „befreundet“. Später kann der Facebook – User im Profil des Freundes, der Freundin, herausfinden, was an ihm oder ihr per Eigenerwähnung Bemerkenswertes ist und vor allem, welche Freunde da u. Umständen noch geparkt sind, unter denen man, früher sagte man: blättern kann, um die Frage zu beantworten: „Kennst Du..., dann lade sie/ihn doch ein...“

Einer meiner „Freunde“, ein in unsere Sippe eingeheirateter Jumbopilot aus Brüssel fliegt wie verrückt in der Welt herum und hat eine verdammt stattliche Zahl von ausgesprochen schönen Freundinnen. Da könnte ich ja auch mal den Versuch einer „Freundschaft“ per Anfrage wagen, dachte ich, aber die sprechen, weil der Gute so viel und überall kontaktet, alle möglichen Sprachen, wie sie auf der ganzen Welt vorkommen. Sie lächeln verführerisch. Meistens sind die sozialen Bedingungen und Vorlieben fremdsprachisch und noch dazu kryptisch beschrieben. Ein babylonisches Sprachenwirrwar. Also: Letztlich doch nervtötend mühsam, diese Art von federleichter "Freundin" - Gewinnung...

Nicht nur die Freundeswahl ist pipieinfach. Was mir gefällt, kann ich heute schnell und effizient artikulieren. Machte man sich früher (überflüssige) Gedanken. Z. B. „Mag ich Udo Lindenberg? Wirklich? Oder nur das eine oder andere Lied von ihm?“
Heute ist der Mensch mit einem solchen Thema schnell fertig. Facebook hat dafür den „Like – Button“ erfunden. Nun gibt’s kein breites und tiefes Sinnieren mehr. Die Frage wird dank des Buttons vereinfacht, verdichtet auf „like it“ oder eben nicht. Wenn nicht, muss der Mensch das nicht einmal artikulieren. Er bleibt ganz regungslos.
Wenn der User aber etwas „like“ empfindet, dann klickt er oder sie und schon weiß er oder sie vor allem selbst, was Sache ist. Also, im vorstehenden Fall hieße das, ja, ich finde den Lindenberg supergeil. Mein kritisches, unmodernes Männchen im Kopf protestiert jedoch sofort: „Das stimmt doch gar nicht.“ Doch die Sache ist entschieden, ich werde mich daran gewöhnen müssen.
Oder „like“ ich Mozart, meine Freundin, die Stadt Burgwedel, die Schauspielerin Bettina Zimmermann, den verlandenden Würmsee, das profillose, hiesige Rathaus oder den Mini - Domfront - Platz...?

Schluss: Man muss es „liken“ oder für immer schweigen. Ob man auf diese Weise nicht auch moderne Ehen schließen könnte? Ein hübscher Like – Button auf dem Tresen im Standesamt:
„Like“. Oder nicht. Entscheiden Sie sich.
Eines Tages gibt es diese Abstimmungen bestimmt schon per Internet für Bewegungsmuffel.

Die Welt ist so einfach geworden. Es sind wahrlich schöne, neue Zeiten.
Denn
„Ja, - aber...“ - Bedenken und Bedenkenträger, ... das war früher...
Montag, 8. April 2013

Anmerkung:
Lesenswert ist zunächst schon die Rezension von Philipp Theisons zu dem Bändchen von Roland Reuß: "Ende der Hypnose" (zur Digitalisierungsdebatte)

"Die Entmündigung des Publikums kann nur deswegen erfolgreich fortschreiten, weil es das Publikum selbst so will; weil es sich bereitwillig durch immer neue Gadgets programmieren lässt, weil ihm Effizienz vor Tiefe und Zerstreuung vor Konzentration geht, weil es sein Ich für I-Phones, für „Substitute verlorenen Selbstseins“ eingetauscht hat."
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=17693

9.4.2013
© Karl Wilhelm Goebel

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Mittwoch, 27. März 2013
732 n. Ch. Pferdefleisch- Verzehrverbot von Papst Gregor III. , Christianisierung,
die Sachsenkultur: Pferdeköpfe als Götter - Opfer an die Häuser zu nageln…Karl der „Grosse“ nach 799 n. C. im östlichen Westfalen und westl. Niedersachsen (Cheruskerland)

Empfehlung:
Man liest diesen Aufsatz - am zuträglichsten schmunzelnd - wie eine gigantische Marketingstrategie der schlauen, frommen oder frömmelnden Christenlenker in Rom...
Ja, gemeint ist der Vatikan!

Ich zitiere aus einem Beitrag von Dieter Schnell (Siddinghausen, Geschichte eines westfälischen Dorfes, Beitrag: Die Entstehung eines Pfarrortes in der legendären und urkundlichen Überlieferung, Bonifatius-Verlag, Paderborn, 2000, S. 57)

„…Die strengen, in „Capitulatio de paribus Saxonibus” (s. auch Wikipedia) als Rechtsvorgaben bestimmten Maßnahmen Karls des Großen, die unter anderem die Todesstrafe für all diejenigen vorsahen, die die Taufe verweigerten, schufen nunmehr die Voraussetzungen dafür...”
Zunächst glaubte ich, mich verlesen zu haben. Doch dann...Ich vermute, der Leser wird diese wahre Botschaft mit ihrem schockierenden Inhalt gerade heute, bei unserem Kulturverständnis ebenfalls für beinahe unglaublich halten. Wir sind doch durch Erziehung und Überlieferung gewohnt zu meinen, die damalige (christliche) Missionierung sei eine kunstvolle, kultivierte Leistung gewesen. Und das mit dem Ergebnis der Einsicht in die “bessere Religion”, erfolgreich ausgeübt von gut organisierten Franken an wilden Sachsen (sax), also an Beil – Trägern, in der norddeutschen Tiefebene und den südlichen, mittelbergigen Randgebieten.

Tatsächlich überzeugte, welch ein Ammenmärchen wurde uns stets aufgetischt!, nicht das “Wort Gottes”, denn es bedurfte keiner Überzeugungsarbeit, sondern der bloßen Königsgewalt! Die Tötungsandrohung vom Frankenkönig zeigte gewünschte “Bekehrungsergebnisse” zum beglückenden Christenglauben. Da der Papst, Gregor III, ein geborener Johannes aus Syrien, im Jahre 732 das Verbot, Pferdefleisch zu essen, ausgesprochen hatte, waren es die wehrhaften Mannen um Karl, deren Aufgabe es u. a. war, die Einhaltung dieser Vorschrift im Lande der Sachsen zu überwachen. Es traf die Sachsen. Erstarrte Gesichter.
Manche Forscher sehen in den hölzernen (symbolisch gekreuzten?) Pferdeköpfen an hiesigen Fachwerkhäusern eine volksreligiöse (heimliche?) Ersatzhandlung, welche an die in Vorzeiten üblichen Riten anknüpfte, geschlachtete Pferdeköpfe als Opfer für die Götter öffentlich auszustellen.

Kaum jemand kannte damals Gregor, einen fernen Papst. Karl jedoch war als handelnder Beherrscher und König erlebbar. Nur er ging im deutschen Norden in die Geschichte als Verbreiter des neuen Pferdekults ein, auf diese Nahrung zu verzichten. Inzwischen trifft seine Aktitivität auf modernen Geist, denn diejenigen, die im Pferd kein “Nutztier für Nahrungszwecke ”, sondern ein “geliebtes Haustier” sehen, das vom Verzehr ausgenommen ist, nimmt jetzt sogar für alle Tiere zu. Damals führte der Gehorsam zu einem Bekenntnis für jenen Glauben, der später Katholizismus genannt werden sollte.

Diese Tatsache müsste, mehr als 1.200 Jahre später, Millionen Kirchensteuerzahler, zumindest maßvoll, ärgern, ihre eigentlich nur durch Abstammung von den eingeknickten Vorfahren inklusive naiver Kindstaufe (Ist das so viel anders als die Zwangsheirat in anderen Kulturkreisen? )herbeigeführte Kirchen - mitgliedschaft, die für moderne Juristen eine Reihe von schwerwiegenden Rechtsmängeln aufweist, wäre sie überhaupt einmal, tabulos, infrage gestellt worden. Es bedürfte dafür nicht einmal eines “Verfassungsgerichtshofes”.
So bleibt ein großes Fragezeichen in Sachen Legalität, Legitimität und ein undurchsichtiger Background für Fragen nach der Funktion und den Grenzen von Macht und Herrschaft überhaupt. Mit unserem heutigen Verständnis von Recht und Ordnung können wir die damaligen Verhältnisse nicht zureichend verstehen.
Die Sachsen lebten in goßfamiliären Verbänden, in Krisenzeiten unter einem Führer. Die Franken kamen unter ihrem König, Karl (dem Großen), als kriegerische Eroberer ins Land. Die Sachsen mussten miterleben, wie ihre ehemaligen Führer entweder (seltener) getötet oder zu Vasallen des mächtigen Mannes aus dem Westen wurden. Die ließen sich vielleicht überwiegend widerstandslos taufen und zählten fortan zur privilegierten Schicht von Christen.
Karl begründete seine Herrschaft zu keinem geringen Teil mit seinem Charisma: Er verlangte Gehorsam. Den bekam er, wenn auch sicherlich ganze Gruppen heuchelten und nicht wenige aus materiellem Eigeninteresse das neue “Spiel” mitmachten.
Das anfangs fremde Ritual der Taufe wurde von Generation zu Generation weiter ausgeübt, von “Geistlichen” begründet, mit dem höherern Wesen, das jetzt einen einzigen Namen (anders als die bisherigen Germanengötter) hatte, auf mystische Weise verbunden.
Pferde wurden auf neue Weise und anders angesehen...
Wer fragte Jahre und Jahrzehnte später noch nach den näheren Umständen, zum Beispiel der Freiwilligkeit eines Rituals, der Taufe, bei den Vorfahren der ersten christlichen Generation? Legenden bildeten sich, Nebel legte sich auf die mündlichen Überlieferungen. Schließlich wusste man verbreitet: Geduldete Unfreiwilligkeit gab es den Legenden nach bei Unterwerfungen und bei Sklaven! Und die wurden unsere Germanen nicht.

Herrschaft aber beeinflusst die sozialen Beziehungen. Wert oder Unwert eines Befehls hängen eng mit dem Ansehen des Herrschers zusammen. Die eroberten Landesteile wurden neuen Lehnsherren von Karls Gnaden zugedacht. Klar, wie die künftig zur Frankenherrschaft standen.

Die Amtsgeschäfte erhielten regelgebundene Vorgehensweisen: Amtshierarchien, Bistümer, Klöster und Kompetenzen waren verteilt und Zwangsmittel für Nichteinhaltungen wurden benannt.

Zurück zu den Zwangstaufen:
Nach demokratischem, modernen Rechtsverständnis wurden die Zwangsgetauften keine Christen, denn sie hatten dies weder freiwillig gefordert, auch nicht in Freiheit zugelassen, sondern in Abwendung der Lebensbedrohung nur geduldet. Ihre geheimen, inneren Vorbehalte wurden weder gehört, noch abgefragt, so dass für die Nachkommenschaft nur der Augenzeugenbericht blieb, nach welchem es hieß, ja, der X hat sich am Tag Y im Ort Z der fremden, neuen (Tauf-) Zeremonie unterzogen. Nun rechnete die Gemeinschaft ihn und jetzt auch seine Nachkommen im Sinne des Bestimmungsrechtes eines Hausherrn (Patron) als Mitglied zur christlichen Kirche, deren Hüter bekanntlich Karl war. Kollektivzwang war entstanden. Der hielt sich noch im letzten Jahrhundert in vielen Orten unseres Landes...
Allerdings könnte man heute berechtigt und ruhestörerisch argumentieren, dass die in den Familien erstmalig Getauften den Zutritt in die christliche Relionsgemeinschaft nicht wahrhaftig und auch nicht rechtsgültig vollzogen hatten. Und deren Nachkommen keine abgeleiteten bzw. überkommenen kirchlichen Rechte besäßen. Doch wer so argumentiert, übersieht die Raffinesse, mit der seither dieser Mangel dadurch geheilt wird, dass jeder Christ der Kirche nur dann angehört, wenn er, schnell nach der Geburt, auf Wunsch seiner Eltern getauft wurde, mit Taufpaten, die als Zeugen benannt sind und den Eltern treuhänderisch für ihren “Taufling” darüber eine Urkunde ausgehändigt wurde. In den Kirchenbüchern ist der Eintrag seit dem 17. Jahrhundert Pflicht und heute auch Tradition.
Welche Bedeutung eine solche Dokumentation sogar noch im vorigen Jahrhundert für einen Ostpreußen hatte, beschrieb Siegfried Lenz 1955 anrührend und einfühlsam in seiner “Liebesgeschichte” um den wortkargen Holzfäller Josef Waldemar Grizzan aus Suleyken in Masuren. Aber, das ist eine andere Geschichte...


Mittwoch, 27. März 2013
(c) Karl Wilhelm Goebel

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Montag, 25. März 2013
Reden über den Krieg bei Jauch
Der Film, das ist die eine Seite, die sog. Zeitzeugen, das ist eine andere Sache. Jauch hätte seiner Chronistenpflicht genügt, wenn er zu Beginn die Gäste gefragt hätte:
"Wie alt waren Sie 1939, bei Kriegsbeginn?"

Dann wäre klar geworden, dass da Menschen saßen, die über ihre Kindheitserlebnisse berichteten, über einen Krieg nur marginal, den sie damals nicht verstanden hatten und heute wohl immer noch nicht begreifen konnten... Wer schon?
Einzig Wellershoff war damals schon ein Jugendlicher, kaum älter als das 15-jährige Mädchen, das da arglos und verschüchtert seinen Opa begleitet hatte.
Will sagen: Dieser Gesprächskreis konnte nichts Erhellendes beitragen, selbst wenn er gewollt hätte.

Merke: Wer heute von den Jüngeren als "schon älter" eingeschätzt wird, kennt dennoch den Napoleon nicht von Angesicht zu Angesicht. ..
Für das Konzept der geschusterten Sendung: Note 6.

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Sonntag, 17. März 2013
Steuern in DE und Bedingungsloses Grundeinkommen..
In „Die nehmende Hand und die gebende Seite“ (ISBN 978-3-518-06141-I) lautet das Vorwort des Autors Prof. Dr. Peter Sloterdijk:

„ Ich möchte in diesem Band meine konfliktträchtige These noch einmal erläutern, wonach in einer demokratischen Gesellschaft Steuern aus Zwangserhebungen in freiwillig erbrachte Bürgerspenden für das Gemeinwesen umgewandelt werden müssten – für eine Anfangszeit zu einem bescheidenen Prozentsatz, später progressiv in höheren Proportionen. Nur eine solche Transformation, behaupte ich, könnte die in Routinen mechanisierter Solidarität erstarrte Gesellschaft reanimieren und einen neuen Hauch von Gemeinschaftbewusstsein in die selbstbezüglich gewordenen Funktionssystem tragen.“

Es lohnt sich für jeden, das 166 – Seiten - Taschenbuch aus der Edition Suhrkamp zu erwerben und, weil es spannend ist, zu lesen.

Besonders interessant ist darin der Hinweis auf das „bedingungslose Grundeinkommen“, mit welchem sich viele Menschen auseinandersetzen.
Aktiv in dieser Szene ist der Gründer der dm-Drogeriekette, (inzwischen: Prof.) Götz Werner. In der Schweiz werden schon Stimmen gesammelt für eine Volksinitiative, die dafür 100.000 Menschen überzeugen muss. 90.000 haben schon „Ja“ dazu gesagt. Entscheidung noch in diesem Jahr...

Prof. Sloterdijk zum Grundeinkommen: :

„Eine ähnliche potenzielle Kulturrevolution stellt das Konzept eines Grundeinkommens dar, das in verschiedenen Varianten diskutiert wird... Von der Geste her ist das durchaus eine Angelegenheit nach meinem Herzen...Das Problem ist aber, dass wir damit eine Form von Privilegien – Nationalismus erzeugen würden, der weltweit anstößig wäre – vorausgesetzt das Projekt wäre finanzierbar...Wir würden damit sämtliche Menschen beleidigen, die in Armut leben und die nicht anderes kennen als den langen Umweg über die Arbeit zum Wohlstand...Man könnte sich des Ansturms von Einwanderern nicht mehr erwehren...Auf dem Zeichenbrett erscheint alles möglich, doch wir haben noch kein Labor für experimentelle Politik und hypothetische Geschichtsschreibung entwickelt...“

Was meinen Sie zu den deutschen Themenkreisen:

1. Steuern in Deutschland = freiwillige Bürgerleistungen und
2. Bedingungsloses Grundeinkommen für Jedermann

Nutzen Sie die Kommentarfunktion zu diesem Blog.
Sonntag, 17. März 2013
© Karl Wilhelm Goebel

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Freitag, 15. März 2013
Ein neuer Papst: Jesuit! Und dann: Franziskus..
Ob jemand einer Glaubensrichtung angehört oder nicht, Milliarden auf der Welt befassen sich mit dem "höheren Wesen". Die katholischen Funktionsträger, ritualisiert auf zweitausendjährigem Niveau, schweben unberührt im Prunk und in barocker Pracht. Aber

1. Der Papst "regiert" nur über 1,2 Milliarden Menschen, das sind weniger Menschen als einem Präsidenten in China ganzheitlich anvertraut sind.
2. Die deutschen Katholiken repräsentieren gerade mal 2 % aller Gläubigen. Das ist eine marginale, unbedeutende Gruppe.
3. Es wäre an der Zeit, wenn vorlaute deutsche Stimmen auf ihr Mini - Weltgewicht zurückfahren würden.
3. Der Jesuit aus Argentinien wird den Vatikanpomp voraussichtlich beschränken und der katholischen Kirche die passende, bescheidene Rolle in Demut und damit im Geiste des Franz von Assisi endlich zuweisen.
Das wäre für die Menschheit ein großer Fortschritt.
14.3.2013
-
Unter dem 16.3.2013 schreibt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) über den Jesuiten - Papst:

http://www.nzz.ch/aktuell/international/zwei-franziskus-in-seiner-brust-1.18047287

Eine Initiative bei Utopia:
http://www.utopia.de/magazin/franziskus-war-arm-oekologe-und-pazifist-und-die-kirche-papst
21.3.2013
(c) Karl Wilhelm Goebel

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Samstag, 9. März 2013
Demobeispiel: Mehdorn, Hartmut, BER
Heute fragen wir uns, warum der Aufsichtsrat des Flughafen - Objekts BER nicht beim Arbeitsamt angerufen hat, um einen "Arbeitsplatz" anzubieten, der noch dazu gut bezahlt würde...
Außerdem:weder die CDU, die SPD, die FDP oder die Grünen oder Roten wussten aus ihren Reihen einen verdienten Parteisoldaten, der, parteiisch hochqualifiziert, was doch meistens, z. B. für Toto und Lotto, völlig ausreicht. Aber: Diese Leute versteckten sich vor der Berufung in diesen hyper-super-Feuerstuhl-Job, auf dem so schlaue Lokal - Politiker, wie der Bürgermeister von Berlin oder der Ministerpräsident von Brandenburg auch nach vier weiteren Jahren mit ihrer ineffektiven Umsetzung nichts erreicht hätten: Viel herumquatschen und wenig tun!
Nicht einmal einen regionalen Landeplatz würden die zustande bringen.
Reizvoll zum Gelder versenken ist die Zukunft dort aber auch nicht...Oder soll daraus so etwas Grandioses wie beim Nürburgring werden? Die SPD kann es meistens, sagen sie, besser als die freie Wirtschaft...Ha, ha, wer es glaubt...

Kurzum:
Gewöhnliche Arbeitnehmer und alle Politiker können die Aufgabe nicht bewerkstelligen. Weil sie das große Ganze nicht zielorientiert sehen. Fragen sie mal einen Maurer, ob er einen Architekten braucht. Er wird ihnen sagen, zum Mauern brauche er eine Kelle... Naheliegend. Eben. Und sonst nichts...
Wünschen wir dem Hartmut Mehdorn viel Glück. Da er Siebzig ist, zählt er zu Jenen, die nicht so viel Büroschlaf brauchen, wie viele, besserwisserische Postenjäger...Die erschöpfen sich doch meistens schon in genau dieser Jagd...
(c) Karl Wilhelm Goebel

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Donnerstag, 7. März 2013
Gerechtes Manager – Salär ?
Die Boulevardpresse hat eine lebhafte Lust an der sensationellen Verkündung von möglichst ungeheuren Neuigkeiten.
Da passt es in die Welt der großbuchstabigen Lettern, wenn es dort heißt, der Manager x bekäme ein „Gehalt“ von z. B. dem Hundertfachen eines Arbeiters.
Dem Schnellleser wird suggeriert, der Manager beziehe Lohn oder Gehalt, wie einer der Sozialversicherungspflichtigen, Kündigungsgeschützten, Krankengeldanspruchsberechtigten, Altersversorgten, Essensgeldbezuschussten, Weihnachts- und Urlaubsgeldberechtigten, gesetzlich Mindestbeurlaubten , Betriebsratbetreuten, zur Anwesenheit, nicht zu Topleistung, nur zur mittelmäßigen, „üblichen“ Leistung innerhalb der „tariflichen“ Tages- und Wochentagsstundentaktzahl nach Arbeitsgerichtsrechtsprechung verpflichteten „Arbeitnehmer“.
Sie ahnen es schon: Mit alledem hat eine Top- Führungskraft absolut nichts am teuren und vielleicht eleganten Hut.

Eine echte Führungskraft steht zwar zu der Aktiengesellschaft oder der GmbH in einem „Dienstleistungsverhältnis“. Dessen Inhalt organisiert jedoch kein Arbeitsrecht und erst recht kein Tarifvertrag. Kaum etwas ist vorgeregelt, alles ist auszuhandeln. Meistens kommt es zu einem Dienstvertrag für „höhere Dienste“ (§§ 611 ff BGB) Die Formulierung von Dauer, Zweck, Unternehmensziel, operationale Schritte ohne Arbeits- und Urlaubszeiten – Vorgaben und was im Falle einer vorzeitigen Beendigung zu geschehen hat, das alles wird frei abgesprochen.
Nun ist es üblich geworden, dass vor allem unseriöse Medien gern unterschlagen, dass der Manager Millionenbeträge zwar fordern, aber sich selbst überhaupt nicht gewähren kann.
(Fordern können wir schließlich alle. Ob wir das große Geld auch bekämen...? Sicherlich nicht.)

Die Frage und die Antwort sind tatsächlich nahe liegend, warum wohl meistens sehr kluge Aufsichtsräte oder andere, nachdenkliche Persönlichkeiten mit dem „Manager - Gehalt“ und vielleicht sogar zusätzlich noch einem Bonus (plural: Boni...) einverstanden sind? Ja, warum wohl?
Weil die nicht ganz dicht im Kopf sind und die angesammelten Firmengelder vollblöd zum Fenster hinauswerfen?

Aber, nein. Im Gegenteil! Sie sind clever. Sie setzen Belohnungen aus, damit der neue Vorstand sich richtig ins Zeug schmeißt und am neuen Platz das verwirklicht, was er, meistens!, schon anderswo vollbracht hat....
Unser Manager sitzt in den häufigsten Fällen auf einem „Feuerstuhl“ mit kaum berechenbaren Zukünften. Die Aktionäre brauchen nämlich nur zu meinen, das, was der Manager über die vergangene Periode an Ergebnissen vorgelegt habe, reiche nicht aus, da müsse ein anderer ran...Und schon geht unser Kandidat ein letztes Mal zu seiner Dienstgarderobe, lässt den Dienstwagen stehen und hat nun genug Freizeit...

In solchen Fällen darf unser Maßanzug - Strahlemann seine Sachen im, klar doch, Viton - Nobelkarton zusammenpacken und für immer in seine Villa mitnehmen. Er wurde, wie bekanntlich in den USA verbreitet, gefeuert. Kündigungsschutz hat er nicht. Von all seinem Unglück weiß zu allem Überfluss die ganze Welt…Peinlich, peinlich manchmal.

Die hinter dem Ganzen stehende, gedankliche Juristentakelage hat Vieles von einem Werkvertrag i. Sinne der Vorschriften nach §§ 631 ff. BGB, wonach ein bestimmter ERFOLG geschuldet und erwartet wird. Und wenn der ausbleibt..., dann war es das!
„Stütze“ oder Hartz IV wird es für den ausgeschiedenen „Verantwortungsträger“ nicht geben, weil unser Mann solche Ansprüche überhaupt nicht erworben hat. Er war, ach, schließlich überhaupt kein Arbeitnehmer!
Was war er dann?
Feinzwirnträger, Kommunikationsheld, Dateninterpret, Deuter von Körpersignalen, Abstandswahrer, Zuhörer, Fragekünstler, Feedbackgeber, Konfliktvermeider, Vieltelefonierer und Optimismus – Verbreiter, aber niemals ein Christoph Kolumbus und erst recht kein genialer Erfinder oder mutiger Unternehmer, der etwas wagte mit wirklich neuen Ideen, sondern ein linearer, also konservativer „Weitermacher“. Im Grunde so ein Mensch wie Du und ich, nur mit dem Profil, für einen „Erfolge - Macher“ gehalten worden zu sein. Das genügt in der Gegenwelt mit dem kleinen, feinen, aber einschneidenden Klassenunterschied:
Die da oben, wir (nur) da unten…
Kopf hoch!

Donnerstag, 7. März 2013
(c) Karl Wilhelm Goebel

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Sonntag, 24. Februar 2013
Miss Germany 2013 aus Großburgwedel
Seit dem 23. Februar 2013 freut sich die ganze Stadt Burgwedel über eine besonders schöne Nachricht:
Die hiesige Abiturientin (2010),Caroline Noeding, wurde zur Miss Germany gewählt.
1000 Glückwünsche!
Wir sind stolz.
kwg

"Schönheit
Ob du vom Himmel kommst, ob aus nächtigen Orten,
Gleichviel, o Schönheit, dem Dämon, dem Kinde verwandt,
Öffnet dein Auge, dein Lächeln mir nur die Pforten
Des unendlichen Alls, das ich liebe, doch nimmer gekannt."

Charles Baudelaire

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Freitag, 22. Februar 2013
Anzugträger – Erfahrungen. Erzähl mal.
Wer gelegentlich auf Pro Sieben in eine Folge der Sendung "How I Met Your Mother" hinein zappt, muss zunächst die Fiktion durchschauen:

Ein in den Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts geborener Erzähler spricht im Jahre 2030 für seine Kinder von früher, von damals also. Die Elterngeneration der Erzähler, zu der sich auch der Autor rechnet, machte persönliche Erfahrungen jedoch eine Generation früher:

Damals waren alle Männer mehr oder weniger so konfektionsgekleidet, wie die TV - Serienfigur des schlitzohrigen Anzugträgers Barney Stinson. Oder, bei uns heute noch im realen Fernsehleben, der vorgestrige, zwangsgewitzte, altkluge Moderator Kai Pflaume.

Wir trugen zu allen möglichen Anlässen Sakko und Hose oder einen stoffeinheitlichen Anzug mit Oberhemd und Krawatte, seltener mit Schleife und das alles nach der Mode, die das damalige Modezentrum London dem Europäer vorgab.

Bestenfalls variierte die Kragenart am Oberhemd von „Kent“- Kragen zum „Windsor“- Modell und seltener, weil – gewagt – sogar zu einem „Haifisch- Kragen. Immer blieben die Kreationen der Modeschöpfer, so hießen die Designer früher, in unauffälligen Stoffmustervarianten. Dazu war eine Krawatte obligatorisch, die Farben glänzten nur dezent, die Muster waren klein und bescheiden, während die Vertikale im männlichen Textilschmuck (Krawatte) um Zentimeter tollkühn breiter oder je nach Modediktat wieder waghalsig schmaler werden konnte.
Ich trug damals, in jungen Jahren also, die Konfektionsgröße 52, besaß neben Hemden und Krawatten einige für uns teure Sakkos, passende Hosen und hin und wieder auch einen Herrenanzug, der eine kleine Investition bedeutet hatte. Mussten wir nach einer geraumen Gebrauchszeit erneut zu einem „Textilfachgeschäft für Herrenoberbekleidung“, dann wurden wir wieder vermessen. Es war die Aufgabe des Verkäufers, uns kompromissgewohnte Kunden in die selten passenden Konfektionsgrößen hineinzureden und das durch geschickte Spiegelungen glaubhaft zu machen. Irgendwann brauchte ich zum Beispiel nach Meinung des Fachmannes Größe 54 für das Sakko. Diese Größe war aber nicht für eine Hose erforderlich, so dass nach professionellem Rat die Hilfe des hauseigenen „Änderungsdienstes“ in Anspruch genommen wurde. Die zu große Hose erhielt geschickt platzierte „Abnäher“. Und schon zeigte jeder Kunde in solchen Fällen ein zufriedenes Gesicht. Dafür zahlte er einen nicht besonders großen Aufpreis.
Ich machte nebenbei Konfektionskarriere, als nach Jahren die Ausrede, die Hersteller arbeiteten stoffsparend gerne kleiner, nicht mehr vertretbar klang, deshalb bei der Größe 56 für das Sakko landete und die Hose dagegen in Größe 54 weiterhin völlig ausreichte. Guter Rat war nur ein einziges Mal teuer, denn die Lösung bestand nun in einem Sakko der Größe 56 und dazu einer Hose in Größe 54. Man nannte das eine „Kombination“. Allerdings gab es von da an für meine Problemfigur keine einheitlichen Anzüge mehr, was in der Umwelt kaum auffiel.
Nicht genug. Der „Wohlstand“ und die Bewegungsarmut – man war ja ein „Autobesitzer“ geworden und ein eifriger Autonutzer – führten zu neuen Umsätzen in der Textilbranche. Nun wiederholte sich pro Saison das Spiel mit Sakko 58 und Hose 56. Bis dann eines Tages der Verkäufer zu einer noch größeren „Kombination“ raten wollte...
Ich riss das Ruder mutig und Gott sei Dank wirksam herum:
Nahrungszufuhr reduzieren, viel Sport treiben und siehe da: Inzwischen hat sich die Männerkleidung ohnehin radikal verändert. Wenn es noch "Herrenkleidung" (HaKa) gäbe, könnte ich heute erleichtert in der Abteilung für Normalgewichte das Passende sogar alleine finden und müsste nicht bei "Bunge, Bunge", den es früher in der Lister Meile für alle jene gab, die sich in die wenigen Konfektionsgrößen aus den Anfängen der Industriealisierung von Kleidung, auch mit heftiger, verbaler Verkäufermühe nicht so richtig "über den Tisch" ziehen lassen wollten...
Wie sich die Verhältnisse doch gänzlich ändern, wenn man(n) nur will... Oder?
Freitag, 22. Februar 2013
© Karl Wilhelm Goebel

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