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Freitag, 14. Dezember 2012
Heimat
klugschieters, 10:39h
Die ganze Welt ist es nicht. Die Aussage passt parallel zu der Erkenntnis, dass wir überall Ausländer sind, nur in einem kleinen Terrain auf dieser Welt nicht. Heimat, dass ist räumliche Nähe, zeitlich das Jetzt.
Heimat kennen wir von Geburt an, wenn wir zu den Sesshaften gehören. Das ist noch gar nicht so lange her: Seit ca. 10.000 Jahren etwa. Nomaden hatten und haben keine kleine, geografische Heimat.
Heimat ist jener Raum, an den wir uns immer wieder erinnern, um zu uns zu finden, um für uns selbst mehr als eine Ortsbestimmung zu haben. Wir unterscheiden Gewässer, Wiesen, Wälder, Äcker, Parks, Brücken, Berge, Täler, Straßenzüge, Häuser, historische Riesenbauten, Plätze, Spiele und Spielplätze, Kinderzeiten, Schulen, Kirchen, Geräusche, Düfte, Menschen, Freunde, Erlebnisse, Feste, Veranstaltungen, Sprachfarben, Dialekte. Das alles zählt, wie wir erst später erkennen, zu einer Raumregion. Daraus entsteht unser erdgebundenes Raumbild. Es breitet sich in jungen Jahren allmählich aus...
Mit dem Älterwerden kommt Historie hinzu. Wir erfahren, wer hier früher lebte, was die machten, was nicht, besuchen Friedhöfe pflichtentreu, auf denen Familiennamen vorkommen, die vertraut sind, die wir hier und da gut kennen.
Trauer, Gemütlichkeit. Brauchtum. Gedichte. Lieder, Liebe....
Doch dann, irgendwann: Hinaus in die Welt... denn Heimat tendiert zur Enge, nicht zur Weite ...sonst wäre sie beliebig. Doch das ist Heimat keineswegs. Im Gegenteil:
Überall auf der Welt ist Fremde, nur in der Heimat nicht. -
Heimweh.
Stützen wir zur Weihnacht jene Menschen, die einmal ihre Heimat verließen, verlassen mussten... Es dauert, bis aus der „neuen Welt“ eine wirkliche Heimat wird.

Eine Bekannte mit, wie es heute heißt: Migrations – Hintergrund, berichtete mir von ihrem „Beheimatungs“ - Erlebnis: Sie erwischte sich beim Public –Viewing, als sie beim Fußball der deutschen Mannschaft instinktiv für die Truppe von Löw erregt und begeistert losschrie...Tooor.
Seither weiß sie, sagt sie bewegt, wo ihre Heimat ist...
Dem jährlichen Fest zum 24. Dezember nähert sie sich, eine Araberin, hier geboren, gebildet, mit einer vertrauten Empfindung für den nassen, kalten deutschen Sand, - neben einem Tannenbaum: Geschmückt, ohne Schwarz mit viel Rot und Gold. Deutsche Heimat
Frohe Weihnacht Ihnen,
Frohe Weihnacht Dir.
Aus vollem Herzen!
14. Dezember 2012
(c) Karl Wilhelm Goebel
Heimat kennen wir von Geburt an, wenn wir zu den Sesshaften gehören. Das ist noch gar nicht so lange her: Seit ca. 10.000 Jahren etwa. Nomaden hatten und haben keine kleine, geografische Heimat.
Heimat ist jener Raum, an den wir uns immer wieder erinnern, um zu uns zu finden, um für uns selbst mehr als eine Ortsbestimmung zu haben. Wir unterscheiden Gewässer, Wiesen, Wälder, Äcker, Parks, Brücken, Berge, Täler, Straßenzüge, Häuser, historische Riesenbauten, Plätze, Spiele und Spielplätze, Kinderzeiten, Schulen, Kirchen, Geräusche, Düfte, Menschen, Freunde, Erlebnisse, Feste, Veranstaltungen, Sprachfarben, Dialekte. Das alles zählt, wie wir erst später erkennen, zu einer Raumregion. Daraus entsteht unser erdgebundenes Raumbild. Es breitet sich in jungen Jahren allmählich aus...
Mit dem Älterwerden kommt Historie hinzu. Wir erfahren, wer hier früher lebte, was die machten, was nicht, besuchen Friedhöfe pflichtentreu, auf denen Familiennamen vorkommen, die vertraut sind, die wir hier und da gut kennen.
Trauer, Gemütlichkeit. Brauchtum. Gedichte. Lieder, Liebe....
Doch dann, irgendwann: Hinaus in die Welt... denn Heimat tendiert zur Enge, nicht zur Weite ...sonst wäre sie beliebig. Doch das ist Heimat keineswegs. Im Gegenteil:
Überall auf der Welt ist Fremde, nur in der Heimat nicht. -
Heimweh.
Stützen wir zur Weihnacht jene Menschen, die einmal ihre Heimat verließen, verlassen mussten... Es dauert, bis aus der „neuen Welt“ eine wirkliche Heimat wird.

Eine Bekannte mit, wie es heute heißt: Migrations – Hintergrund, berichtete mir von ihrem „Beheimatungs“ - Erlebnis: Sie erwischte sich beim Public –Viewing, als sie beim Fußball der deutschen Mannschaft instinktiv für die Truppe von Löw erregt und begeistert losschrie...Tooor.
Seither weiß sie, sagt sie bewegt, wo ihre Heimat ist...
Dem jährlichen Fest zum 24. Dezember nähert sie sich, eine Araberin, hier geboren, gebildet, mit einer vertrauten Empfindung für den nassen, kalten deutschen Sand, - neben einem Tannenbaum: Geschmückt, ohne Schwarz mit viel Rot und Gold. Deutsche Heimat
Frohe Weihnacht Ihnen,
Frohe Weihnacht Dir.
Aus vollem Herzen!
14. Dezember 2012
(c) Karl Wilhelm Goebel
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